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Ralf Hagelstein 

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Flüchtlingskrise Mazedonien

Ein Schlicher DRK-Helfer blickt zurück

Seit Mitte April 1999 betrieb das Deutsche Rote Kreuz ein Hospital zur medizinischen Betreuung der Flüchtlinge aus dem Kosovo. Dieses Feldhospital, bestehend aus Zelten, lag unweit der mazedonischen Hauptstadt Skopje, an der jugoslawischen Grenze.
 

Der Kosovo Krise entstammten unzählige Flüchtlingsströme und Lager.

In den Zelten befanden sich: Ambulanz, OP-Zelt, Verwaltungsbereich, Medikamenten- und Sachlager, Werkstatt, Wasch- und Bügelzelt, Sterilisationszelt, Küchen- und Aufenthaltszelt. In den ersten Monaten wurden dort, im Lager Stencovac, etwa 20.000 Flüchtlinge versorgt. Die Versorgungszelte hatten alles, was ein Krankenhaus auszeichnet: Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Innere Medizin und Pädiatrie.   

Diese einzelnen Bereiche mußten selbstverständlich durch entsprechendes Personal betrieben werden. Planungsstelle für den Eisatz, die Einsatzkräfte und des Materials, war das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Bonn. Von dort aus wurden die Helfer, wie Ärzte, Hebammen, Schwestern, Technikern koordiniert. Dieses waren entweder freiwillige Helfer mit entsprechender Ausbildung des Deutschen Rotes Kreuzes, oder Ärzte, die sich für das Wohl der Flüchtlinge einsetzen wollten, um deren Leid zu lindern. Bei über 35 Grad Celsius arbeiteten diese zum wohl der Allgemeinheit.

Seit Beginn des Lagers wurde immer mehr einheimisches Personal zur Hilfe eingestellt. Weit über 100 Kinder erblickten in unserer Geburtsabteilung das Licht der Welt. Ein positiver Lichtblick in all der Zerstörung und all dem Elend.

Ich war vom 21. Juni bis zum 17.Juli als Techniker, in diesem Hospital im Einsatz. Jeden Tag wanderten viele der Flüchtlinge, in Ihre zerstörte Heimat im Kosovo zurück. Schließlich stand die endgültige Schließung des Hospitals zur Debatte.

Während des Abbaus wurden zwischendurch noch einzelne kleinere Blessuren versorgt. Ärzte, Schwestern und Techniker arbeiteten Hand in Hand, um das Feldhospital abzubauen. Dieses hört sich zwar leicht an, war doch mit riesigem weiterem Aufwand verbunden. Alle Materialien wurden gesäubert, inventarisiert, verpackt und zu einem riesigem Lage gebracht. Darunter zählten: Zelte, Planen, Medikamente, Betten, Strom- und Wasserversorgung, medizinisches und technisches Gerät.

Zu diesem Zeitpunkt hätte es niemand für möglich gehalten, daß wir diese Materialien, gut einen Monat später, bei dem Erdbeben in der Türkei wiederverwenden werden.  

Ralf Hagelstein